Immer wieder kann ich nur behaupten, dass mein kleiner Bruder Em und ich einfach Glück mit unseren Eltern hatten.
Unser Vater nahm uns, wenn möglich, überall mit hin und zeigte uns alle Arbeiten, die auf einem Bauernhof anfallen und versuchte auch zu erklären, wieso, weshalb usw.
So muss zum Frühjahr altes, verwelktes Gras in den Gräben und am Bahndamm (zumindest damals bei uns) abgebrannt werden. Die Asche war dann gleich Dünger für das neue Gras.
Mein kleiner Bruder und ich hatten Langeweile. Ich zog meine Lederhose an, wir schlichen uns in die Küche und nahmen Streichhölzer mit, obwohl wir wußten, dass das verboten war, und liefen dann so schnell wir konnten zum Bahndamm. Da angekommen fingen wir sofort an, Feuer zu machen. Das war nicht schwer, denn das Gras war ganz trocken und kurze Zeit später loderten die Flammen und der Wind trieb das Feuer weiter und weiter. Wir hatten großen Angst, denn so wie unser Vater das Feuer immer löschte (mit Schaufel und Sand) konnten wir es nicht. Nach Hause mochten wir auch nicht laufen, denn wir hatten Angst vor Strafe. Uns war ganz genau bewußt, dass wur was ganz schlimmes gemacht hatten. Wir hielten uns an den Händen fest und weinten. Da hörten wir die Stimmen unserer Eltern die riefen: Kinder geht vom Feuer weg, geht bitte zurück, wir kommen!!! Mit Schaufel und Decken bepackt liefen, nein, rannten unsere Eltern zu uns und damit auch zum Feuer. Papa schaufelte eine Schneise, denn Erde brennt nicht und Mama nahm die Decken und erstickte damit das Feuer.
War das ein Schreck. Aber nach für uns ganz langer Zeit war das Feuer gelöscht.
Wären unsere Eltern nicht zu Hilfe gekommen und hätten das Feuer gelöscht, dann hätte ein ganzer Wald, der ganz in der Nähe war, abbrennen können.
Das Ende der Geschichte: Unsere Eltern nahmen uns in die Arme und trösteten uns. Wir haben nie wieder Streichhölzer oder Feuerzeuge entwendet um irgendwo Feuer zu machen. Der Schock saß so tief, das wir kuriert waren.